11. April 2014

Ein kleines Lebenszeichen

Hallo Zusammen,

in der letzten Woche war es hier sehr ruhig. Wie ihr aus meinem letzten Post entnehmen konntet, bin ich umgezogen. Das ist auch der Grund, warum es hier nichts zu lesen gab und warum es auch in den kommenden Tagen oder Wochen etwas ruhiger bleiben wird.

Der Umzug hat sehr gut geklappt und wir (das heißt mein Freund und ich) haben uns schongut eingelebt. Die Wohnung ist sehr schön und wir fühlen uns wirklich wohl.

Auch hatte ich meine erste Woche in der Uni - zwar hab ich mich ein paar Mal verlaufen, aber insgesamt hat alles gut geklappt. Ich denke, das Masterstudium war eine gute Entscheidung.

Leider haben wir in der Wohnung noch kein Internet, daher muss ich grade vom Handy tippen. Und deswegen ist dieser Post jetzt auch schon zuende. Ich denke ich melde mich dann wieder, wenn ich Internet habe.

Lasst es euch gutgehen ♡


31. März 2014

"Was soll denn schon passieren?"

Ich habe euch letztens, in meiner Freundschafts-Reihe, schon mal ein wenig über mich erzählt. Unter anderem darüber, dass mich der Umgang mit vielen Menschen stresst, insbesondere wenn es sich um fremde Menschen handelt. Auch habe ich euch berichtet, dass mir Small Talk nicht besonders leicht fällt. Dementsprechend nervös und angespannt bin ich, wenn ich weiß, dass ich in Kürze auf eine Gruppe fremder Menschen stoßen werde.

Hinzu kommt, dass mich unbekannte Situationen generell stressen und mir psychisch ziemlich viel abverlangen. Ich bin absolut nicht spontan, egal um was es geht. Ich plane meine Mahlzeiten für die ganze Woche und wenn dieser Plan durcheinander gerät, stellt mich das vor eine mittelschwere Katastrophe. Und wenn ich geplant habe, den Abend mit einem Film oder einem Buch zuhause zu verbringen, dann kann ich einfach nicht spontan mit jemandem einen trinken gehen. In den letzten Jahren ist das etwas besser geworden, bzw. es ist nicht so schlimm, wenn ich in meiner "gewohnten" Umgebung bin und die Leute, die mich umgeben, gut kenne. Dann weiß ich nämlich, was mich erwartet.

Aber wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommt, dann macht mir das Magenschmerzen. Ich glaube, in einem gewissen Rahmen ist das auch nochmal, aber momentan habe ich das Gefühl, dass mich dieses Gefühl lähmt. Ich bin jede Minute kurz davor, einen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Und warum? Weil ich umziehe.

Woher weiß ich, was ich in der neuen Studentenbude benötige und was ich bei meinen Eltern lassen kann? Wird beim Umzug wirklich alles gut gehen? Werde ich Freunde finden? Wo soll ich die ganzen Sachen in der neuen Wohnung überhaupt hinstellen? - Ja, das alles sind normale Fragen, und die meisten Menschen werden sich denken "Schaun wir mal" oder "Wird schon alles gut gehen". Ich kann das nicht denken, weil ich nicht weiß, was passieren wird. Ich habe keine Kontrolle und das macht mir Angst.

"Ich habe Angst, dass etwas passiert."
"Was soll denn schon passieren?"
"Das weiß ich ja eben nicht."

Und jetzt sitze ich hier, zwischen leeren Schränken und halbgepackten Kartons. Fünf Tage bleiben mir noch im alten Zuhause. Ich freue mich auf den Neustart - wirklich! Ich freue mich darauf, wieder mit meinem Freund zusammen zu wohnen, wieder zu studieren, wieder meine eigene Wohnung zu haben und mein eigenes Leben zu führen. Unsere Wohnung ist schön, in einer tollen Lage und bis jetzt hat alles mehr oder weniger gut geklappt. Wenn ich doch nur schon da wäre. Wenn ich schon alles hinter mir hätte.

Ich schreibe das hier auf, weil mich interessiert, ob auch andere Menschen diese (teilweise extremen) Ängste kennen? Oder ob ihr eher die Zähne zusammenbeißt und sagt: Das wird schon. Oder seid ihr da vielleicht sogar ganz optimistisch und startet ganz ungehemmt in neue Situationen?

30. März 2014

Schlafparalyse

Ich öffne die Augen, bin wach. Obwohl es ein sonniger Frühlingstag war, ließ mich der Schlaf den ganzen Tag nicht los. Ich weiß, es ist ungefähr 19.30 Uhr, keine Zeit zum Aufwachen. Aber dieses Nickerchen, das musste sein.

Ich öffne die Augen, bin wach. 19.30 Uhr. Doch irgendetwas stimmt hier nicht. Irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht. Mein Körper gehorcht mir nicht, ich kann nichts bewegen außer meinen Augen und meinen rechten Zeigefinger. Unruhig zuckt er. Doch ansonsten nichts. Ich bin wach in einem toten Körper. Nichtmal meinen Kopf kann ich drehen. Kann ich überhaupt atmen?

Neben mir liegt mein Freund, er schaut einen Film und hat mir den Rücken zugewandt. Er schaut mich nicht an, will mich nicht wecken. Ich höre den Film, der im Fernsehen läuft, ich sehe meinen Freund und das flackernde Licht des Fernsehers. Aber ich kann mich nicht bewegen. Es geht einfach nicht. Also will ich schreien - doch kein Laut kommt aus meiner Kehle.

Die Panik wächst, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gerade nicht atme. Und gleichzeitig versuche ich einen kühlen Kopf zu bewahren, denn ich habe das schonmal erlebt, schon mehrere Male. Ich weiß, dass ich diesen Zustand beenden kann, wenn ich mich konzentriere. Ich will noch mal schreien, will irgendeinen Laut von mir geben, damit mein Freund sich umdreht und meinen Körper schüttelt, mich aus meiner Starre befreit.

Dann platzt der Knoten. Ein unförmiges Krächzen kommt aus meiner Kehle, meine Beine treten gegen die Bettdecke und meine Lungen holen tief Luft. Und die Panik klopft in meiner Brust, während sich mein Freund lächelnd zu mir dreht: "Du bist ja wieder wach!"

Schlafparalyse, Schlaflähmung, Schlafstarre oder Wachanfall. So nennt man das, was ich seit kurzer Zeit regelmäßig verspüre. Dabei ist die Schlafstarre etwas vollkommen natürliches: Sie tritt ein, während wir träumen, damit wir die Bewegungen unseres Traums nicht im Schlaf nachahmen und uns durch zu heftige Bewegungen selbst verletzen, und damit wir uns im Schlaf auch wirklich erholen. Doch manchmal passiert es, da dauert diese Schlaflähmung über den Traum hinaus an. Man wird wach, aber man kann sich nicht bewegen. Bei manchen Menschen tritt diese Schlafstarre auch vor dem Einschlafen auf, zum Teil ist sie auch mit Halluzinationen verbunden.

Obwohl ich in letzter Zeit häufiger solche Wachanfälle hatte, und ich theoretisch weiß, dass sie vorübergehen, überkommt mich jedes Mal aufs neue eine enorme Panik. Denn oft spüre ich meine Atmung nicht (obwohl Augen und Atmung von der Schlafstarre ausgenommen sind). Generell lässt mich diese Bewegungsunfähigkeit panisch werden. Solange keine neurologische Ursache vorliegt, kann man diese Schlafparalyse nicht behandeln bzw. gibt es eigentlich keinen Grund, sie zu behandeln. Viele Menschen erleben dies im Laufe ihres Lebens mal - ich dachte, ich schreibe meine Gedanken dazu heute mal auf, vielleicht kennt ja jemand dieses Phänomen?
 
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